Die Lutwinuskapelle

Historisches
Ist auch heute noch Ruhepunkt für viele Wanderer und Radfahrer

Alter Turm

Historisches
Ältestes, aufrecht stehendes, sakrales Bauwerk im Saarland

Schinkelbrunnen

Historisches
1838 im Auftrag des preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm geschaffen

Lutwinuskirche

Historisches
Die Mettlacher sind stolz auf ihren "Dom"

Alter Turm

Historisches
Ältestes, aufrecht stehendes, sakrales Bauwerk im Saarland

Historisches & Sehenswürdigkeiten

Lassen Sie sich zurückversetzen in die Zeit des Mittelalters, als Mönche und Ritter das Leben in Mettlach prägten, in die Zeit des Barock, als die Abtei ihre Blütezeit erlebte oder in die Jahre nach der französischen Revolution, als die Keramikherstellung in Mettlach ihren Anfang nahm. Bei uns ist einiges zu sehen aus diesen Epochen: Der 1000-jährige "Alte Turm", die ehemalige Benediktinerabtei, der Schinkel-Brunnen, die Burg Montclair, unsere mit Mosaiken reich geschmückte Pfarrkirche oder der historische Park der Abtei. Sind Sie an ausführlichen Geschichtsdaten interessiert? Hier finden Sie die Geschichte des Alten Turms, der Burg Montclair, der Abtei oder der Kirche St. Lutwinus.

Abtei Park
Abtei Park

Eugen von Boch legte um 1850 im Garten der Abtei eine kleine Parkanlage an, die nach dem Vorbild des Englischen Gartens gestaltet wurde. Neben verschiedensten einheimischen Nadel- und Laubbaumarten pflanzte er über 30 Baumarten von allen Kontinenten an. Darunter finden sich so exotische Arten wie Gingko aus China, Tulpenbaum aus dem amerikanischen Nordosten oder die Scheinzypresse aus Japan. Entsprechend reich sind die Farben und Formen, die den Park im Wechsel der Jahreszeiten immer wieder anders wirken lassen. Während in Frühjahr und Sommer eine bunte Blütenpracht dominiert sind es im Herbst die Zapfen und Früchte, die den Park in buntes warmes Licht tauchen. Der kleine von Schwarzerlen umrahmte Weiher macht das Bild perfekt. "Homo Ceramicus", ein keramisches Kunstwerk, setzt einen interessanten Kontrapunkt.

Botanische Parkführung möglich; Dauer ca. 1 Stunde

Alter Turm
Alter Turm

Zwischen 987 und 994 erbaute Abt Lioffin im Abteibereich eine Marienkirche, von der wesentliche Teile, bekannt als Alter Turm, heute noch stehen. Das historische Monument ist das älteste, aufrecht stehende, sakrale Bauwerk im Saarland. Der Alte Turm ist eine kleine Kirche über achteckigem Grundriß. Auf der Eingangsseite öffnet sich ein großer Bogen aus ottonischer Zeit. Die sieben anderen Seiten haben trapezförmige Nischen, gotisch umgebaut mit Maßwerkfenstern. Im Obergeschoss ist der ottonische Ursprung mit berühmten Kapitellen, deren Einordnung in die Kunstgeschichte die Wissenschaft beschäftigt, erhalten geblieben. Das Treppentürmchen, das im vorigen Jahrhundert eingestürzt war, wurde von Eugen von Boch rekonstruiert. Von ihm stammt auch das flache Zeltdach, das dem Bau ein so charakteristisches Aussehen gibt.

Daß uns der Alte Turm heute noch erhalten ist, verdanken wir vor allem den beiden Kunstfreunden Karl Friedrich Schinkel und Eugen von Boch. Schinkel, der berühmte preußische Baumeister, hat sich bei einer Reise im April 1826, die ihn durch das Saarland führte, für ihn begeistert. Einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung des Turmes hat auch Eugen von Boch geleistet, der den Bau Mitte des 19. Jahrhunderts durch eine umfassende Renovierung sicherte. Als signifikantes Exemplar für den Zentralbau in der mittelalterlichen Baugeschichte wird der Alte Turm immer wieder in kunstgeschichtlichen Abhandlungen erwähnt.

Benediktiner Abtei
Benediktinerabtei

Als eines der schönsten Fabrikgebäude gilt inzwischen die über 250 Jahre alte Benediktinerabtei des sächsischen Baumeisters Christian Kretzschmar, in der heute die Firma Villeroy & Boch ihren Sitz hat. Die Benediktinerabtei in Mettlach wurde im letzten Viertel des 7. Jahrhunderts gegründet von Lutwin, dem späteren Trierer Erzbischof. Sie hat bis zur Französischen Revolution 1794 bestanden. Die Benediktinerabtei war berühmt für ihre Klosterschule, in der Kunst und Wissenschaft gepflegt wurden. Der heute zu sehende Barockbau wurde im 18. Jahrhundert erbaut.

Abt Ferdinand de Koeler beauftragte 1728 Christian Kretzschmar mit dem Neubau des Klosters. Fertiggestellt wurden die Abteigebäude, die großartige Anlage am Saarufer mit ihren 112 Metern Frontlänge. Die Gebäude der Abtei waren zum Staatseigentum erklärt und schließlich 1803 an den Papierfabrikanten Leistenschneider versteigert worden. 1809 ging die Abtei in den Besitz der Familie Boch aus Septfontaines in Luxemburg über. Diese Familie richtete in den Abteigebäuden die bis heute bestehende keramische Fabrik ein, in welcher ausschließlich Produkte für den Unternehmensbereich Tischkultur hergestellt werden.

Weiterhin befinden sich in der Alten Abtei die Keravision, sowie die Generaldirektion der Villeroy & Boch AG. Auf der hinteren Seite der Benediktinerabtei erstreckt sich ein kleines Parkgelände mit einem wunderschönem Gewässer, in dessen Mitte eine kleine Insel liegt. In diesem Park, nur wenige Meter von der Benediktinerabtei entfernt, kann man ebenfalls den Alten Turm bewundern.

Burg Montclair
Burg Montclair

Die steilabfallenden Felsen auf dem langgestreckten, von der Saar umflossenen Bergrücken haben seit dem 10. Jahrhundert Tradition als Standort von Burganlagen. Um diese Zeit entstand hier die Burg Skiva, der vermutliche Sitz des Grafen im Saargau. Diese Burganlagen wurden im Jahre 1017 vom Trierer Erzbischof Poppo zerstört. Im Jahre 1180 wird es Arnulf von Walecourt gestattet, auf dem Berg wiederum eine Burg zu erbauen. Im Jahre 1218 geht die Herrschaft durch Heirat an das Haus derer von Joinville über, denen 1250 die Herren von Clermont folgten, die den Namen Montclair annahmen. Erst 1439 entstand die dritte und letzte Burg Montclair, deren Ruinen heute zu sehen sind. Arnold von Sierk, ein Enkel des Johann von Montclair, erbaute sie nach Erlaubnis seines Lehnsherrn Erzbischof Raban.

Die Ruinen der heutigen Burg stammen aus dem 15. Jahrhundert. Im Jahre 1991 ging die Burg in den Besitz des Landkreises Merzig-Wadern über. In den Jahren 1992/1993 wurde sie umfangreich restauriert und der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Im Burgkeller ist ein Burgmuseum eingerichtet worden, in dem die Geschichte von Montclair und ihrer beiden Vorgängerkastelle vermittelt wird. Ein Burgführer, der an den Öffnungstagen vor Ort ist, gibt viele interessante Informationen. Im Burginnenhof können sich die Besucher nach langen Wanderungen stärken und von den Türmen die herrliche Landschaft betrachten.

Die Burg ist geöffnet:
vom 1. April bis 31. Oktober täglich (montags Ruhetag) von 11.00 bis 18.00 Uhr,
vom 1. November bis 31. März Samstag/Sonntag/Feiertag von 11.00 bis 16.00 Uhr.
Telefon 06864/2242.
Für den Zugang zu den Türmen der Burg wird ein Eintrittsgeld von 1 Euro erhoben.

Erdgeist - Wahrzeichen der Expo 2000
Erdgeist

Als touristische Attraktion konnte das Wahrzeichen der Expo 2000 für Mettlach gesichert werden. Villeroy & Boch fertigte für den Auftritt des WWF-Deutschland - World Wide Fund for Nature - das größte Keramikpuzzle der Welt mit 137.000 Teilen. Der international renommierte Künstler Stefan Szczesny gestaltete zusammen mit Villeroy&Boch zwölf imposante Wandbilder, die die "Weltkarte des Lebens" darstellen.

Die Wandbilder umrahmen den von dem berühmten Künstler und Visionär André Heller gestalteten Pavillon, der von einem "Erdgeist" bewacht wird. Dieser Erdgeist - eine 14 m hohe Efeufigur - wurde ebenfalls von André Heller geschaffen. Das Gesamtkunstwerk kann im Park der "Alten Abtei" besucht werden.

Klosterkapelle St. Joseph
Klosterkapelle

Im Jahre 1864 wurde die jetzige Klosterkapelle von Mettlach von Madame Thiery geb. von Lasalle in Wallerfangen erbaut und diente dem dortigen Schwestern- und Krankenhaus zum Gottesdienst. Die Kapelle ist eine bescheidene Nachbildung der Sainte Chapelle in Paris, die von Ludwig IX. (1226 bis 1270) erbaut worden war. Der heilige König hatte die Dornenkrone des Erlösers und einen Nagel vom Kreuz nach Paris gebracht und wollte diesen heiligen Reliquien in der Sainte Chapelle eine würdige Heimstätte geben. Man hat die Kapelle auf dem Justizplatz in Paris das schönste gotische Bauwerk Frankreichs genannt.


Heute ist die Sainte Chapelle ein Museum. Die Dornenkrone wird seit 1806 in der Notre Dame in Paris aufbewahrt. Die Kapelle in Wallerfangen wurde durch Verlegung und Umbau des Krankenhauses für den Gottesdienst unpraktisch. Im Jahre 1879 wurde sie durch Eugen von Boch sorgfältig abgebaut, die wohlgeordneten Steine zu Schiff nach Mettlach gebracht und 1882 über der Familiengruft der Familie von Boch wieder aufgebaut. Seit dieser Zeit steht die liebliche Kapelle im Klostergarten zu Mettlach und war den lange ansässigen Klosterfrauen und der Klosterfamilie ihr trautes Gotteshaus, dem auch viele Mettlacher im Vorübergehen gern einen kurzen Besuch machen.

In einem großen Stein über dem Portal im Innern der Kapelle ist die Geschichte des Baues zusammenfassend eingeschrieben: "Dieser Bau ist im Jahre 1864 durch Frau Wittwe Thiery geb. von Lasalle als Hauskapelle in Wallerfangen errichtet und im Jahre 1879 durch Eugen Boch und seiner Gattin Oktavia geb. Villeroy über ihre Familiengruft zum Gebrauche der barmherzigen Schwestern des heiligen Carl Borromäus hierher verlegt worden."

Witterungs- und kriegsbedingte Schäden machten 2003 eine umfassende Sanierung des Dach- und Chorbereichs sowie der äußeren Sandsteinfassade nötig.

Bei restauratorischen Untersuchungen des Innenraums entdeckte man unter weiß getünchten Wänden und Verkleidungen goldverzierte Ornamente, einen Fliesenfries und kostbare Wandmalereien.

2011 bis 2013 wurde der gesamte Wandbereich im Kirchenschiff restauriert. 2013 wurde die Kapelle mit dem saarländischen Denkmalpflegepreis ausgezeichnet.

Lutwinuskapelle
Lutwinuskapelle

Fährt man der Saar entlang in Richtung Saarhölzbach, so kann man am Ortsausgang Mettlach auf der gegenüberliegenden Seite eine kleine Kapelle erblicken. Sinnige Heimatlegende geht um die stille Kapellenstätte. Abbas Remigius von Mettlach erzählt in den Klosterannalen von 994, wie an dieser Stätte im wilden Urforst einst ein Jäger aus edelem Frankenblut, ermüdet von der Jagdstreife, sich zum Schlafe niederlegte. Die Mittagssonne brannte mit sengender Glut auf die Felsenplatte. Da schwebte ein gewaltiger Adler hernieder. Mit seinen ausgebreiteten Schwingen deckte er Schatten über die Lagerstätte des Ruhenden.

Als dieser erwachte, erfuhr er von seinen Jagdgesellen die wunderbare Begebenheit. Er sah darin einen Fingerzeig des Himmels, an dieser Talstätte das Kloster zu erbauen, mit dessen Gründung sein frommer Sinn sich schon lange trug. Herzog Luitwinus war jener Waidmann, der hochgeschätzte Ratgeber und Vertraute des Frankenkönigs Childerichs III., der Neffe auch des Trierer Bischofs Basinius.

Und um 695 erfolgte durch Herzog Liutwinus die Gründung der Benediktinerabtei Mettlach, wo er nach dem Tode seiner Gemahlin selber das Ordensgewand nahm. Doch schon im Jahre 698 berief es den gelehrten Mönch als Nachfolger seines Oheims auf den Bischofsstuhl von Trier. Nach den Angaben seiner Biographen starb Liutwinus nach einem heiligmäßigen Leben 713 zu Reims. Von dort wurden seine Gebeine über Trier nach Mettlach gebracht, wo sie in der von ihm erbauten Marienbasilika ihre Beisetzung fanden. Seitdem ist St. Liutwinus der Schutzheilige von Mettlach und des weiten Umlandes.

Wie die Klostergeschichte vermeldet, errichteten die Mitbrüder des Heiligen auf jener Felsplatte zu Ehren des Abteigründers eine Kapelle mit dem Bildnis des hochverehrten Vaters und Ordensheiligen. Zeit und bewegtes Geschehen aber ließen das Felsenkirchlein wiederholt in Trümmer sinken. Auf den Urfundamenten erbauten zuletzt der Mettlacher Fabrikherr Eugen von Boch und seine Gemahlin Oktavie im Jahre 1892 die jetzige Kapelle. Die Lutwinuskapelle ist auch heute noch Ruhepunkt für viele Wanderer und Radfahrer, die sich bei schönem Wetter entlang der Saar bewegen.

Lutwinuskirche
Lutwinuskirche

Die Mettlacher sind stolz auf ihren "Dom", der um die Jahrhundertwende im rheinisch-romanischen Stil nach einem Entwurf des Mainzer Architekten Ludwig Becker erbaut wurde. Die Lutwinuskirche überrascht mit vielfältigen Variationen neuromanischer Formen. Wenn der Besucher sich an das Dämmerlicht gewöhnt hat, nimmt ihn die Vielzahl der Mosaikbilder auf dem Boden, am Gewände und der Decke des Chorraumes gefangen. Darstellungen, die im Lauf von über 50 Jahren als Glas- und Tonstiftmosaiken angebracht wurden. So bietet die Lutwinuskirche eine reichhaltige Palette heimischer Mosaikkunst, die wohl nördlich der Alpen als einmalig bezeichnet werden kann.

Neben diesen schönen und seltenen Mosaiken ist in der Kirche ein Kreuzreliquiar zu sehen, welches um 1228 gefertigt wurde. Es hat die Form eines Triptychons, das mit geschlossenen Flügeln einer flachen Lade gleicht.

Die Kirche ist tagsüber geöffnet.

Schinkelbrunnen
Schinkelbrunnen

Nach der Restaurierung durch die Villeroy&Boch AG und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wurde der Brunnen im Sommer 2003 nahe dem ursprünglichen Platz im Mettlacher Abteipark wiederaufgestellt. Der preußische geheime Oberbaurat Karl-Friedrich Schinkel hat den zweischaligen, gusseisernen Brunnen1838 im Auftrag des preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm geschaffen. Jean-Francois Boch erhielt den Brunnen als Geschenk zum Dank für die sichere Aufbewahrung der Gebeine des "blinden Königs" Johann, Graf von Luxemburg und König von Böhmen.

Schlösser in Mettlach

Schloss Saareck

Schloss Saareck

Die ersten Pläne und Zeichnungen zu Schloß Saareck sind in die Jahre 1902/03 zu datieren und das Ergebnis einer Zusammenarbeit von René von Boch-Galhau mit dem Architekten Player aus Mainz, den Villeroy & Boch bereits 1901 mit der Aufgabe betraut hatte, den Ausstellungspavillon für die Ausstellung in Düsseldorf zu errichten. Schloß Saareck zeigt Formen und Charakteristika des neoromanischen Stiles, den man nach 1900 noch verhältnismäßig oft zur Ausführung brachte. Es diente zuerst als Wohnhaus der Familie René von Bochs und wurde nach seinem Tode im Jahre 1908 Wohnsitz seines Sohnes Luitwin I., der Schloß Saareck im Jahre 1911 durch Anbauten verändern und vergrößern ließ.

Die Familie von Boch bewohnte das Haus bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges. In den Kriegsjahren wurde es zum Kriegslazarett umfunktioniert und nach Kriegsende 1945 diente es als Verwaltungssitz der Besatzungstruppen. In den Folgejahren fand dann die Umwandlung von Schloß Saareck in das Gästehaus der Firma Villeroy & Boch statt. Es hat seit 1954 seinen Verwendungszweck nicht geändert.

Schloss Ziegelberg

Schloss Ziegelberg

Für die Familie Edmund von Boch wurde Schloss Ziegelberg 1878 als Wohnhaus errichtet. Im Erdgeschoss befindet sich heute ein stilvoll eingerichtetes Restaurant: Stuckverzierte Wände, ein alter Kamin und knarzende Böden entführen den Gast in die Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts. In hochherrschaftlichem Ambiente werden vor allem regionale Speisen und Weine kredenzt. Bon appétit!